Gärtner+Florist: Welche Dienstleistungen bieten Sie für die grüne Branche an?
Pottmann: Im Labor Dr. Pottmann werden Böden, Substrate, Wässer, Düngelösungen und Pflanzen untersucht. Das Labor ist modernst ausgestattet und innerhalb kürzester Zeit (in dringenden Fällen innerhalb weniger Stunden) erhält der Gärtner den Untersuchungsbefund mit einer praxisgerechten Empfehlung. Der Hauptanteil der Proben stammt von Gemüsebaubetrieben (Freiland und geschütztem Anbau) und von Zierpflanzengärtnereien. Wir untersuchen aber auch für Landwirte, Baum- und Rasenschulen, Obstbauern, Garten- und Landschaftsgestalter. Für letztere bieten wir speziell Biotopwasseruntersuchungen, Siebkurvenbestimmungen und Blattanalysen an. Neben der Labortätigkeit wird Gemüse- und Zierpflanzengärtnern Kulturberatung angeboten.
Die Häufigkeit der Besuchsintervalle richtet sich nach dem Kulturstadium und den Wünschen des Gärtners
Gärtner+Florist: In welchen Zeitabständen ist es sinnvoll, Ihre Leistung in Anspruch zu nehmen?
Pottmann: Bei der Kulturberatung werden die Kulturen in regelmäßigen Zeitabständen gemeinsam mit dem Gärtner begutachtet und Empfehlungen im Bereich Kultursteuerung, Klimaführung, Bewässerung, Düngung, chemischer und biologischer Pflanzenschutz ausgesprochen. Die Häufigkeit der Besuchsintervalle richtet sich nach dem Kulturstadium und den Wünschen des Gärtners. So werden gewisse Betriebe wöchentlich zu Kulturbeginn und später im Abstand von 2–3 Wochen besucht. Andere wiederum werden nur einige Male pro Jahr besucht. Zur Betreuung zählen im Anbau von Gemüse und Zierpflanzen auf Substrat regelmäßige Kontrollen der Nährstoffversorgung. Besonders im ge-
schlossenen Kulturverfahren mit Wiederverwendung der Düngelösung werden in der Hauptkulturperiode wöchentlich Proben aus dem Substrat (Kokos, Steinwolle, Perlite, ...) gezogen und auf den pH-Wert, Leitfähigkeit, Hauptnährstoffe, alle Spurenelemente aber auch auf Ballastionen wie Natrium, Chlorid und Sulfat untersucht.
Es wird ein speziell angepasstes Düngelösungsrezept von mir errechnet und übermittelt
Am nächsten Tag nach Eingang der Probe erhält der Gärtner via E-Mail oder Fax den Untersuchungsbefund mit einer grafischen Darstellung der untersuchten Werte, verglichen mit den Optimalwerten. Es wird ein speziell an das Gießwasser und an die Nährstoffverhältnisse im Substrat und an den Kulturzustand und Bedarf angepasstes Düngelösungsrezept von mir errechnet und übermittelt.
Das Düngerezept besteht aus
Einzeldüngern in fester oder auf Wunsch in flüssiger Form
Gärtner+Florist: Für welchen Zeitraum sind die Rezepturen durchschnittlich anwendbar und welche Vorteile bieten diese Düngungsverfahren?
Pottmann: Aufgrund der Untersuchungsergebnisse und der Kenntnis des Kulturzustandes in Kombination mit meiner 20-jährigen Erfahrung ist es möglich ein optimales Düngemittelrezept zu erstellen. Diese Düngelösung ist je nach Kulturphase (Wachstumsphase oder Ertragsphase) und Kulturverfahren für minimal 1 bis maximal 3–4 Wochen einzusetzen. Für Topfpflanzen ist in der Regel eine Düngelösung für das vegetative Wachstum und eine für die Blühphase (generative Phase) ausreichend. Das Düngerezept besteht aus Einzeldüngern in fester oder auf Wunsch in flüssiger Form. Um Ausfällungen zu verhindern, werden die verschiedenen Dünger für zwei Stammlösungsbehälter berechnet. In den A-Behälter wird Kalksalpeter, Kalisalpeter, Ammonnitrat und Eisenchelat in unterschiedlichen Mengen gegeben. In den B-Behälter kommen je nach Wasser und Kultur: Salpeter- und/oder Phosphorsäure, Bittersalz, Kalisalpeter, Kalisulfat und die restlichen Spurenelemente.
Für Zierpflanzengärtner wird auf Wunsch zur Vereinfachung in Kombination mit wasserlöslichen Volldüngern gearbeitet. Bei der Berechnung wird bei der Auswahl der Einzeldünger deren Preis mitberücksichtigt und die kostengünstigste Düngelösungszusammenstellung ermittelt. Der Einsatz von Einzeldüngern ist gegenüber den Volldüngern billiger und speziell bei den Substratkulturen unumgänglich!
Gärtner+Florist: Kann durch richtige Düngung der Einsatz von Pflanzenschutzmittel reduziert werden?
Pottmann: Optimal ernährte Pflanzen sind deutlich widerstandsfähiger und weniger anfällig für Krankheitserreger. Häufig wird auf eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen nicht geachtet! Einseitig, vor allem mit Stickstoff, überversorgte Pflanzen und Pflanzen mit Spurenelementmangel sind anfälliger für tierische (Blattläuse) und pilzliche Erreger (Mehltaupilze, Grauschimmel, ...).