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Der Blumenallrounder

Ein Artikel von Nicole Stöger | 30.11.2005 - 10:15
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Violen Goldenits produziert 3,5 Mio. Beet- und Balkonpflanzen pro Jahr. Im Herbst werden Violen und Chrysanthemen erzeugt, während im Frühjahr neben Violen, Bellis und Myosotis Ranunkeln dominieren. Bei den Sommerblumen gibt es ein sehr umfangreiches Angebot von Balkon- und Beetpflanzen.

Topf oder Tasse?
Alle Beet- und Gemüsepflanzen werden in 9 cm-Töpfen gepflanzt, während Balkonpflanzen in 11 und 12 cm-Töpfen angeboten werden. Seine Jungpflanzen zieht Hans Goldenits nur aus „Saatgut mit ausgezeichneter Qualität“ heran. Goldenits schwört diesbezüglich auf S+G-Saatgut, da dort eine ausgezeichnete Keimfähigkeit neben einer guten Uniformität gegeben sei. „Die gleichmäßige Keimung ist sehr wichtig – nicht nur für eine optimale Qualität, sondern auch um das Gießen und Spritzen zu erleichtern,“ erklärt der Betriebsinhaber. Sommerblumen werden im Gegensatz zu den Violen bereits als Jungpflanzen zugekauft. Eine Besonderheit bei „Violen Goldenits“ ist, dass die Kulturen in Einzeltöpfen herangezogen werden, um den so genannten „Hochwaldeffekt“ zu vermeiden, bei dem die Gefahr besteht, dass die Pflanzen spindelig nach oben wachsen. Durch Einzeltopfkulturen ist es möglich, die voll entwickelten Pflanzen zum Verkauf auszusortieren, während die noch nicht ganz „fertigen“ Blumen genügend Zeit haben, sich weiter zu entwickeln. Gepflanzt wird vollautomatisch mit einem „Pflanzroboter“ (davon gibt es fünf Stück in Österreich) im Zyklus einer Topfmaschine.

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Heizung auf Sparflamme
Die Heizkessel werden mit „Heizöl extraleicht“ gespeist und fahren modulierend. Dies hat den Vorteil, dass gezielt gesteuert werden kann, wo Heizbedarf ist und dadurch keine unnötige Energie verschwendet wird. Ebenfalls vorteilhaft ist die Reduktion von Stickoxiden, da die Abgase nochmals verbrannt werden. Im Glashaus frieren die Violen für den Frühjahrsverkauf in den Wintermonaten ein, was eine ständige Kontrolle erforderlich macht. Ein ausgeklügeltes System stellt die Fußbodenheizung im Betrieb Goldenits dar. Sie wird über Heizkessel und Wärmetauscher beheizt und hat einen sehr geringen Rohrabstand (10 cm). Dies ermöglicht eine sehr flexible Beheizung neben einem besonders raschen Einwurzeln im Topf.

Erde aus dem Hochmoor
Das Substrat wird in Litauen ganz „nach Rezept“ zusammengemischt. Für jede Kultur wird die gleiche Erde verwendet, die sich nur in der Düngekonzentration unterscheidet. Als Dauerdünger bevorzugt Goldenits Osmocote, da die Nährstoffe gleichmäßig abgegeben werden, während Spurenelemente in Chelatform zur Verfügung stehen. Um Düngemängel auszugleichen, wird je nach Bedarf Flüssigdünger dazugemischt. Beim Gießen verwendet Goldenits unter anderem so genannte Mobiltische, die zwei entscheidende Vorteile haben: Arbeitstechnisch können sie problemlos innerbetrieblich bewegt werden, während das Anstauen des Wassers von unten der Blütenbotrytis entgegenwirkt.

Violen Goldenits: Daten & Fakten

Infrastruktur: Nahe der ungarischen Grenze in Tadten, südöstlich vom Neusiedlersee, von Wien über die A4 erreichbar.
Absatz:Hauptsächlich an Wiederverkäufer (Gartencenter, Baumärkte), Endverkauf nur für Sommerblumen.
Hauptsorten bei ViolaHerbst: ColossusFrühjahr: Delta

Betriebsführer:Hans Goldenits
Betriebsgründung:seit 1992 Gartenbau
Fläche:4 ha gärtnerisch genutzte FlächeHeizungÖlheizung (Heizöl extraleicht), Fußbodenheizung (Heizkessel, Wärmetauscher)
Kulturen: Viola, Chrysanthemen, Bellis, Myosotis, Ranunkeln, Sommerblumen