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Suppengrün einst & heute

Ein Artikel von DI Lydia Seelmann | 06.06.2007 - 15:14
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In Wien werden auf einer Fläche von etwa 700 ha rund 61.000 t Feldgemüse geerntet. Davon kultivieren die Gemüsebauern rund 70 ha Suppengemüse - Karotte, gelbe Möhre, Petersilwurzel und Porree (Lauch). Am 12. Mai 2007 öffnete der Betrieb Elnrieder in Oberlaa seine Türen für Besucher und stellte die neue Photovoltaikanlage vor.

Ing. Silvia und Rudolf Elnrieder bewirtschaften in Wien Oberlaa über 100 ha. Ihr Schwerpunkt liegt neben Feldfrüchten auf Suppengrün: Am Tag der offenen Tür erklärten Sie den Besuchern Wissenswertes und Geschichtliches zum Suppengrün über Herstellung von Suppengrün.

Vom Peselboding und Strudelmaschinen
Im südlichen Teil Wiens kultivieren Landwirte seit langem Petersilie, Karotten und gelbe Rüben. Den Sellerie für das Suppengrün kaufen die Betriebe in Oberlaa zu, weil die Anbaubedingungen dafür in dieser Gegend nicht zufriedenstellend sind.
Noch vor etlichen Jahrzehnten erfolgte der Anbau und die Bearbeitung von Hand. Die Bauern gruben damals die Petersilie aus. Zum Heimtransport setzten sie oftmals Hunde ein. Daheim putzten sie das Gemüse und bürsteten es im Peselboding, einem großen Holzgefäß, das mit Wasser befüllt war. Für die Reinigung von Karotten und gelben Rüben gab es Strudelmaschinen. Das waren Eisenfässer auf Gestellen, die ebenfalls mit Wasser befüllt und händisch gedreht wurden. Heute verwenden die Landwirte einen Gemüsewascher.

Früher hatten die Bauern das Suppengrün mit Papierschnüren zusammengebunden, heute verwenden sie Gummiringerl und Bindemaschinen. Bis heute übernehmen diese zeitintensive Arbeit oftmals die Frauen. Weil die Handgriffe automatisch ablaufen, tauschten die Frauen Neuigkeiten in dieser Zeit aus. Auch heute achten sie noch darauf, dass diese Tradition nicht ausstirbt.

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Energie durch Photovoltaik
Schon traditionell bringt der Betrieb Elnrieder Petersilie auf den Naschmarkt. Während ursprünglich dafür ein Pferd verwendet wurde, verwendete bereits Silvia Elnrieders Mutter einen Traktor. Heute liefert die Familie täglich frisch an eine Lebensmittelkette. Stolz stellt Silvia Elnrieder bei der Eröffnung ihren Sohn Rudolf vor, der den Betrieb übernehmen wird.Als Höhepunkt des Abends konnten sich die Besucher über die neu errichtete Photovoltaikanlage informieren.

Für Silvia Elnrieder stellte sich die Frage nach Biogas oder Photovoltaik. Beim Biogas hatte sie Bedenken, weil sie dafür nicht die nötige Fläche zur Verfügung hatte und außerdem ein Bestücken der Anlage nötig ist. Da die Kühlanlage ein großes, ungenutztes Dach zur Verfügung hatte, stellte sich für sie Energie durch Photovoltaik als ideale Lösung heraus.

Alternative Energie
DI Rudolf Raymann stellte bei der Eröffnung die Photovoltaikanlage vor, die im Sommer vergangenen Jahres errichtet wurde. Die Stadt Wien fördert Projekte dieser Art bis zu 40 %. Die Anlage des Betriebes Elnrieder fügt sich sehr gut in das Gesamtenergiekonzept ein: sie liefert nicht nur zu Mittag viel Strom, sondern den ganzen Tag über verteilt. Heute ist auch Gestaltung mit Photovoltaik möglich, sie kann bunt sein oder sogar Glashäuser schattieren.

Michael Sigmund erklärte abschließend Grundlegendes zum Oekostrom: In Österreich ist ein Stromnetz vorhanden, in das alle einspeisen. Die Firma Oekostrom erzeugt Energie aus Windrädern, Solaranlagen, Kleinwasserkraft und Biogas. Jeder Haushalt hat die Möglichkeit, auf diese alternativen Energiequellen umzusteigen.
Der Betrieb Elnrieder nutzt die Sonnenenergie. Davon nutzt er einen Teil selbst, der andere Teil wird in das Netz eingespeist. Die Kosten für Oekostrom sind geringfügig höher, aber es gibt keine Bindefristen. Außerdem wurden diese Energieformen mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet.