Torf in der Krise

Engpässe und steigende Preise belasten die Branche

Ein Artikel von Gerald Stiptschitsch | 04.09.2025 - 12:05
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© Edijs K/Shutterstock

Planungssicherheit, faire Wettbewerbsbedingungen und eine stabile Versorgungskette sind von der Politik bislang kaum gewährleistet worden – mit spürbaren Folgen für die Produzenten.

Bereits für die kommende Saison warnen Fachverbände vor deutlichen Engpässen. Laut einer aktuellen Mitgliederbefragung des Industrieverbandes Garten (IVG) e. V. ist die Lage bei wichtigen Ausgangsstoffen wie Torf, Kokosfasern oder Cocopeat so angespannt wie selten zuvor. Verantwortlich dafür sind ungünstige Witterungsbedingungen in den Abbaugebieten Nordeuropas sowie eine gleichzeitig stark wachsende Nachfrage auf dem Weltmarkt, insbesondere aus Asien.

Ernteausfälle bis zur Hälfte
Für die Substratherstellung in Deutschland und den Niederlanden sind die baltischen Länder, Finnland und Schweden die zentralen Lieferanten, da es in beiden Staaten nur wenige genehmigte Abbauflächen gibt. Die Gewinnung von Torf ist allerdings auf trockene Sommermonate angewiesen – und genau diese blieben 2025 weitgehend aus. Starkregen im Mai bis August führte dazu, dass die Ernteraten um 40 bis 50 Prozent unter dem Durchschnitt liegen.

Deutschland benötigt jährlich etwa 4,7 Millionen Kubikmeter Torf für die Herstellung von rund 8 Millionen Kubikmetern Substraten. Etwa die Hälfte dieser Menge wird importiert. Obwohl es hierzulande noch geeignete Flächen gäbe, verhindert das in Niedersachsen beschlossene Abbauverbot neue Genehmigungen. Damit bleibt die Abhängigkeit vom Ausland bestehen.

Alternative Rohstoffe reichen nicht aus
Die knappe Torfversorgung erhöht den Druck auf andere Ausgangsstoffe wie Grüngutkompost, Holzfasern, Rindenprodukte oder Kokosmaterialien. Doch auch diese Rohstoffe stehen nur in begrenzten Mengen und nicht immer in der erforderlichen Qualität zur Verfügung. Gleichzeitig steigt der weltweite Bedarf an Substraten stark an. Forschungen der Universität Wageningen gehen davon aus, dass die Nachfrage bis 2050 im Vergleich zu 2020 um das Vierfache anwachsen könnte. Besonders das dynamische Wachstum in China beeinflusst bereits jetzt die globalen Märkte erheblich.

Preissteigerungen kaum vermeidbar
Der IVG rät daher den Abnehmern von Substraten, frühzeitig den Kontakt zu ihren Lieferanten zu suchen, um Liefermengen und Qualitäten abzusichern. Dennoch ist absehbar, dass die Kosten deutlich steigen werden, da die Preise für Ausgangsstoffe weltweit anziehen.

Quelle: Gabot.de