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Hat sich die Stimmung beim Einkaufen mit Corona verändert? © Shutterstock

STUDIE   

Die Stimmung beim Einkauf

Ein Artikel von Renate Stoiber (bearbeitet) | 08.06.2020 - 10:35

Mitte April führte die Offerista Group eine Online-Umfrage unter ca. 10.000 Konsumenten der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) durch, um zu ergründen ob sich durch die Lockdown-Maßnahmen nicht nur Einkaufsverhalten sondern auch die Stimmung beim Einkaufen verändert hat. Fazit ist: Zu Corona-Zeiten macht Einkaufen nicht wirklich Spaß.

Regionalität in Österreich Entscheidungskriterium

Ein Drittel der Interviewten aus Deutschland gab an, beim Einkaufen Angst zu empfinden, sich dort mit dem Virus anzustecken. Überwiegend trafen diese Aussage Menschen im Alter von 55+, die also zur Risikogruppe zählen. In Österreich herrscht eher eine Gereiztheit vor, die Kunden (besonders in der Altersklasse zwischen 18 und 24 Jahren) sind genervt von den Maßnahmen, die für einen Einkauf zu treffen sind. Hierzulande traten die Einschränkungen und Maßnahmen auch bereits früher in Kraft.

Allerdings gaben auch ein Fünftel bis ein Viertel der Befragten in Deutschland und Österreich an, den Einkauf als erlebnisreiches Abenteuer zu empfinden. Besonders die jungen Erwachsenen sehen Shoppen in Zeiten von Corona als Abwechslung mit Spaßfaktor.

Generell war festzustellen, dass Konsumenten in der Krise bei der Einkaufsplanung bewußter vorgehen (D: 48 %, Ö: 59 %, CH: 54 %). Sie achten stärker auf den Preis und planen mehr als zuvor. Der Preis war in Deutschland und der Schweiz Mitte April das wichtigste Kaufargument. Besonders die Schweiz mit über 40 Prozent sticht hier hervor, das könnte daran liegen, dass durch die Grenzschließungen Einkaufalternativen in Deutschland wegfallen und Vieles in der Schweiz deutlich teurer ist.

Etwas anders sehen das anscheinend die Österreicher: Zu Corona-Zeiten ist hierzulande die Regionalität das wichtigste Kaufargument (43 %), danach folgen erst der Preis (27 %) und Qualität (21 %). Das könnte einen Erfolg der intensiven Marketing-Bemühungen in Richtung Kauf von heimischen Produkten sein.

Solidarität zum stationären Handel

Viele redeten vom Trend zum Online-Kauf in der Pandemie, auch diesem Thema widmete sich die Studie. In der Befragung stellte sich die Frage was und ob während des Lockdowns online bestellt wurde. Die Schweizer gaben hier an, v. a. Kleidung und Schuhe sowie Elektroartikel bestellt zu haben, allerdings gaben auch fast ebenso viele an, gar nicht online eingekauft zu haben. Lebensmittel folgten an sechster Stelle. In Österreich gaben 19 Prozent an im Internet eingekauft zu haben, in Deutschland lag die Anzahl bei 20 Prozent.

Die Mehrheit der Befragten sprachen sich aber für den stationären Einzelhandel aus, mehr als die Hälfte in Deutschland und Österreich gab aber an unabhängig von Corona bereits schon immer den stationären Handel bevorzugt zu haben. Die Haptik spielt eine große Rolle für die Bevorzugung lokaler Geschäfte, besonders im Bereich von Lebensmitteln und Frischware. Für die Generation 55+ war hingegen ein anderer Aspekt ausschlaggebend, sie wollen die lokalen Läden bewußt gerade jetzt unterstützen.


Quelle: lebensmittelpraxis.de