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Kleine Baustellenhelfer

Ein Artikel von DI David Scheurich | 21.07.2009 - 13:25
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Elektro ist Trumpf – diese Erkenntnis drängt sich beim Vergleich aktueller Minidumpermodelle auf. Doch was bewegt Firmen, ihre bewährten benzinbetriebenen Modelle noch durch die Elektro-Alternative zu ergänzen?

Gerd Weber vom gleichnamigen Baumaschinenhersteller und -importeur aus Erndtebrück/D hat dafür eine ganz einfache Erklärung: „Anfragen aus allen Bereichen haben uns zu dieser Entwick­lung gezwungen. Die einen Kunden wollten gerne, quasi geräuschlos, nachts Winterdienst im Stadtbereich machen, die anderen wollten ohne Abgasbelastung im Innenbereich arbeiten. Anfragen von Kunden, die im Bereich von Krankenhäusern, Altenheimen oder Friedhöfen arbeiten, suchten die fast lautlose Profimaschine. Kunden, die Aufträge in Biotopen, Naturschutzgebieten oder z. B. bei Fischzüchtern ausführen wollten, suchten die Maschine, die ohne Motoröl und Kraftstoff arbeitet. Auch wollten wir eine Maschine für die Anwender anbieten, die sich und ihre Mitarbeiter im Arbeits- alltag vor unnötiger Abgas- und Lärmbelastung schützen wollen.“

Das Ergebnis ist der E-Truck, welcher auf der diesjährigen Demopark schon mit der Silbermedaille ausgezeichnet wird. Er wird mit vier bzw. sechs Zwölf-Volt-Gelbatterien ausgeliefert, über die Elektronik ist in zwei Fahrstufen jede Geschwindigkeit stufenlos bis zu sechs Stundenkilometern einstellbar.

Auf einem Rad
Die derzeit sicher leichteste Elektrovariante bietet das aktuelle Elektroschubkarrenmodell „Sherpa Elektro“. Sie wiegt nur 44 kg und wird über einen Akku betrieben. Der Produzent Siegfried Meinl, Augsburg/D, stellt neben dem niedrigen Gewicht vor allem die Bauweise in den Vordergrund: „Die ursprüngliche Schubkarre ist nicht umsonst so konstruiert. In vielen Fällen muss man auf einem Rad fahren (z. B. Bohlenweg ums Haus), außerdem ist ein vierrädriges Schwergewicht im starken Gefälle nicht immer sinnvoll bzw. ungefährlich.“ Die Laufleistung eines Akkus gibt Meinl mit 4,5 km Laufstrecke auf unebener Wiese (beladen mit 50 kg) an, ein Reserveakku wird mitgeliefert.

Eine 100 l und eine 200 l-Mulde stehen wahlweise als Aufsatz zur Verfügung. Auch Meinl hat in diesem Sommer sein benzinbetriebenes Schubkarrenangebot gezielt um die Elektrovariante erweitert. „Gerade in sensiblen Bereichen wie Gewächshäusern oder Friedhöfen ist für dieses Modell Bedarf vorhanden.“

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Allgemeine Ansprüche
Die gängigen vierrädrigen Minidumper präsentieren sich relativ einheitlich im Preis-Leistungsverhältnis. „TeMax“ von Temove, der „Multi-Caddy“ von PowerPac oder der „Multi-Truck“ von Weber bbf bieten Zuladung im Bereich von 250 bis 350 kg. Außerdem sind sie so konzipiert, dass sie trotzdem durch eine 80 cm breite Eingangstür oder ein Gartentor passen. Mehrere Vor- und ein Rückwärtsgang sind Standard, 6 km/h Geschwindigkeit sind hier das Maximum.
Mit 40 % Steigungsfähigkeit fallen die Angaben der Produzenten bzw. Händler ebenfalls relativ übereinstimmend aus.
Oftmals entscheiden beim Kaufentscheid dann die zusätzlich angebotenen Anbauten, gerade für Wegereinigung und Winterdienst sind hier die Produkte vielfältig. Empfehlenswert ist auf jeden Fall der vorherige Test in der Praxis. Der Gebrauch einer Leihmaschine (Gebühr liegt etwa zwischen 50 und 100 Euro pro Tag) kann schnell Aufschluss über die Vor- und Nachteile sowie notwendiges Zubehör (Rampe, etc.) bieten. Nicht zuletzt ist auch das Urteil der ausführenden Mitarbeiter gefragt, denn diese sollen ja schließlich entlastet werden.

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Schwere Lasten
Dort wo vier Räder nicht mehr weiter kommen (besonders auf unwegsamem und schlammigem Untergrund), bietet sich ein Kettenfahrzeug an. Eine halbe Tonne Zuladung verspricht etwa der Raupen-Caddy von PowerPac. Gelenkt wird über eine kombinierte Funktion aus einem linken und rechten Entsicherungshebel und einem linken und rechten Bremshebel.
Durch den Zug am Bremshebel lässt sich nach kurzem Üben überraschend genau dosieren, wie sanft die Maschine abwenden soll. Wird der Bremshebel auf einer Seite komplett angezogen, blockiert die jeweilige Kette, der Caddy dreht sich um die eigene Achse. Besonders interessant ist das reichhaltige Angebot an Aufbauten, wie die hydraulische Ladeschaufel für schweres Schüttgut.

Hoher Konkurrenzdruck

Was auf den Baumaschinensektor generell zutrifft, ist besonders im Bereich der Minidumper festzustellen: Viele heimische Produkte und Innovationen haben mit dem Prob­lem von preisgünstigen Nachbauten meist asiatischer Herkunft zu kämpfen. Aufgrund der stark schwankenden Qualitäten dieser Dumper sprechen manche Produzenten im Gespräch mit Gärtner+Florist sogar schon von einem „kaputten Markt“.
Allerdings überwiegt der Optimismus: Gerade bei intensiver Nutzung wird sich schon mittelfristig eine Entscheidung für Qualität (und gegen den billigsten Preis) bewähren.