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Bei den ISU Future Days kamen im Oktober internationale Experten in Langenlois zusammen
  © Maciej Strzelczyk

ISU FUTURE DAYS 2025

Staudenproduktion im Klimawandel

Ein Artikel von Johanna Lassl | 24.11.2025 - 08:43
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Die Future Days umfassten auch Exkursionen zu Ausstellungs- und Produktionsbetrieben
 

Rund 50 Fachteilnehmer aus 14 Ländern kamen im Oktober zu den zweiten Future Days der Internationalen Stauden-Union (ISU) nach Langenlois, Österreich. ISU-Präsidentin Jana Holzbecherová (Tschechien) betonte zur Eröffnung, dass die Vorträge bewusst praxisnah ausgewählt wurden – ein Ansatz, der sich durch das gesamte Programm zog. Die Internationale Stauden-Union (ISU) ist ein weltweiter Zusammenschluss von Staudenproduzenten, Pflanzenexperten und Gestaltern, der den fachlichen Austausch und die Weiterentwicklung der Staudenbranche fördert.

Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, welche heimischen Stauden sich unter veränderten Klimabedingungen bewähren können. Die österreichische Pflanzenexpertin Katrin Lugerbauer empfahl, auch Arten aus vergleichbaren Klimaräumen wie dem pannonischen Becken einzubeziehen. Gestaltungsspezialistin Sabine Plenk (Österreich) hob hervor, dass dauerhafte Staudenpflanzungen Fachwissen, Sortimentskenntnis und Innovationsbereitschaft erfordern. Der Austausch zwischen Züchtern und Landschaftsarchitekten sei dabei unverzichtbar.

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In Kleingruppen wurden verschiedene Themen diskutiert
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Aus den USA berichtete Pflanzendesigner Preston Montague, der verstärkt auf selbst entwickelte Saatgutmischungen heimischer Präriepflanzen setzt und Gestaltungselemente wie Rhythmus, Muster und Kontraste nutzt. Der Belgier Steffen Van Steenberghe schilderte die Herausforderungen junger Gestalter im Klimawandel und sieht hohe Biodiversität als wichtigen Schlüssel zu resilienten Pflanzungen.

Nachhaltige Produktionsmethoden stellte der Niederländer Jeroen Vredegoor vor. Weitere Beiträge widmeten sich der praktischen Arbeit im Botanischen Garten (Michael Münch, Österreich), der Vermehrung von Stauden und Alpenpflanzen (Christian Kress, Österreich) sowie dem Pflanzenschutz bei Stauden, vorgestellt von Janos Agoston (Ungarn), der damit eine lebhafte Diskussion anregte.

In moderierten Gruppendiskussionen wurden zahlreiche aktuelle Herausforderungen der Branche benannt: torffreie Substrate, Topfrecycling, Düngestrategien, Mykorrhiza, KI-Anwendungen, ökologische Produktion, Ausbildung junger Gärtner, Wasserrecycling, nachhaltige Gestaltung sowie die engere Vernetzung zwischen Baumschulen und Planern.

Zum 60-jährigen Bestehen der ISU blickten die Teilnehmer außerdem auf die internationale Erfolgsgeschichte des Verbands zurück. Eine Exkursion führte abschließend zu drei Gartenbaubetrieben in Niederösterreich. Die nächsten ISU Future Days finden 2027 in den Niederlanden statt.