shutterstock_210373147.jpg

Das gestiegene Unfallgeschehen steht im engen Zusammenhang mit dem Auftragshoch im Garten- und Landschaftsbau während der Pandemie. © xuanhuongho/shutterstock.com

Deutschland

Gestiegene Unfallzahlen im Garten- und Landschaftsbau

Ein Artikel von Alexandra Pickner (bearbeitet) | 12.08.2021 - 10:48

Mit rund 18% gehörten die meisten Verletzten im Garten- und Landschaftsbau der Altersgruppen der 19- bis 25-jährigen an. Die Unfallrenten sind von 126 auf 119 zurückgegangen. Ein positives Zeichen, da die Zahl der neuen Unfallrenten ein Hinweis auf besonders schwere Unfälle, deren Folgen trotz des besonderen berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens nicht vollständig beseitigt werden konnten.

2020 ereigneten sich 8.744 Unfälle - und damit um 8,85% mehr als im Vorjahr - auf Baustellen des Gartens und Landschaftsbaus. Durch das Auftragshoch im GaLA-Bau während der Pandemie sind auch die Unfallvorkommnisse gestiegen. Das Verletzungsrisiko bei Arbeiten auf Grünflächen und in Parkanlagen ist wie in den vergangenen Jahren sehr hoch und liegt bei 1.101 Unfällen. Die Zahl der Verletzten lag in Gärten und Friedhöfen bei 877.
289 Menschen verletzten sich bei Arbeiten im Straßenbegleitgrün. Ein besonderes Gefährdungspotenzial weisen Baumarbeiten, insbesondere das Arbeiten mit Schadholz, auf. 2.188 Arbeitsunfälle ereigneten sich bei Baumpflege- und Fällarbeiten, bei der Holzaufarbeitung sowie Schnittgutverarbeitung. Zu den risikoreichsten Tätigkeiten zählt nach wie vor der Strauch- und Heckenschnitt mit 1.864 Unfällen, von denen einer tödlich endete.
1.791 Menschen verletzten sich durch Stürzen oder Stolpern auf natürlichem Boden. Die Statistik zeigt ebenfalls, dass Arbeiten in Böschungen und Hängen gefährlich sein kann. Im vergangenen Jahr verunglückten dort 275 Personen. Der Umgang mit Geräten birgt ein besonders hohes Gefährenpotenzial. So verletzten sich 695 Personen mit Heckenscheren, 680 mit einem Hammer, 296 durch eine Handsäge, 289 durch Motorsägen, 232 Personen mit einem Trennschleifer und 231 Menschen kamen durch einen Bagger zu Schaden.

Die SVLFG-Statistik weist für 2020 insgesamt 4.666 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit aus, 1.176 davon entfallen auf den Gartenbau. Insgesamt wurden der SVLFG 2.552 Anzeigen auf Verdacht einer Hautkrankheit gemeldet. Die mit Abstand häufigsten gemeldeten Erkrankungen sind Hautkrankheiten, insbesondere Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut, die durch natürliche UV-Strahlung entstehen können. Auf Platz zwei der Statistik befindet sich die Lärmschwerhörigkeit, hier gab es 581 Anzeigen auf Verdacht. Weitere Infos zum Unfallgeschehen in den grünen Branchen in Deutschland, zu den Berufserkrankungen sowie zur Arbeit der Prävention und des SVLFG-Präventionsberichts für das Jahr 2020 finden Sie hier.  

Info-Box zum Hitze- und Sonnenschutz

Mit umfangreichen Informationen sowie Unterweisungsmaterial bietet die SVLFG eine Info-Box zum Hitze- und Sonnenschutz am Arbeitsplatz. Die hohe Belastung durch Hitze und UV-Strahlung kann zu ernsten Gesundheitsproblemen führen, besonders bei Menschen, die täglich draußen arbeiten müssen. Die UV-Strahlen der Sonne können zu Hautkrebs führen. Die hohen Außentemperaturen zu Überhitzung, die auch tödlich enden kann. Wer in der grünen Branche draußen arbeitet, muss wissen, wie er sich schützt. Informieren Sie in Ihrem Betrieb über die Gefahren von Sonne und Hitze. Neben Informations-Plakaten zum Aushängen sind auch fertige Unterweisungshilfen sowie Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung in der Box zu finden.


Quelle: svlfg