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Rotbuchen treiben jährlich 0,3 Tage früher aus als noch vor 25 Jahren
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Klimawandel lässt Rotbuche immer früher austreiben

Ein Artikel von Johanna Lassl | 28.04.2026 - 08:44

Die Thünen-Institut für Waldökosysteme beobachtet einen klaren Trend: Die Rotbuche treibt ihre Blätter im Frühjahr zunehmend früher aus. Grundlage sind Daten aus dem forstlichen Umweltmonitoring-Programm Level II der vergangenen 25 Jahre. Demnach verschiebt sich der Austrieb im Durchschnitt um etwa 0,3 Tage pro Jahr nach vorne. Hauptursache sind steigende Temperaturen im Frühjahr infolge des Klimawandels.

Traditionell zählt die Rotbuche zu den „Spätzündern“ im Wald und beginnt im langjährigen Mittel um den 26. April mit dem Blattaustrieb. Doch die Entwicklung zeigt: Die Vegetationsperiode verlängert sich. Das kann das Wachstum fördern, birgt aber zugleich Risiken. Insbesondere die Anfälligkeit für Spätfrostschäden nimmt zu, wenn junge Blätter früher erscheinen und dann von Kälteeinbrüchen getroffen werden.

Für den Garten- und Landschaftsbau ist diese Entwicklung von wachsender Bedeutung. Die Rotbuche ist eine beliebte Baumart in Parks, Grünanlagen und größeren Gärten. Ein früherer Austrieb kann hier einerseits zu einer längeren Begrünungsphase und damit zu attraktiveren Anlagen führen. Andererseits steigt auch im urbanen Raum das Risiko von Frostschäden, was Pflege- und Ersatzmaßnahmen erforderlich machen kann. Zudem sollten Planerinnen und Planer künftig stärker standortbezogene Faktoren wie Mikroklima, Exposition und Höhenlage berücksichtigen, da diese den Austriebszeitpunkt zusätzlich beeinflussen.

So macht sich der Klimawandel nicht nur in natürlichen Wäldern, sondern auch in gestalteten Grünräumen bemerkbar macht – mit direkten Folgen für Planung, Pflanzenauswahl und Pflege.