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Alte Streuobstwiesen sind wertvolle Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen
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Artenschutz-Gemeinden blühen auf

Ein Artikel von Johanna Lassl | 10.11.2025 - 09:40

2026 blüht Österreich auf – 20 Gemeinden von Tirol bis ins Burgenland starten dann die Umsetzung ihrer neuen Lebensräume für gefährdete Arten. Auf insgesamt 25 Hektar Fläche werden artenreiche Flächen wie beispielsweise Streuobstwiesen, Sandgruben, ortstypische Blühwiesen oder Hecken angelegt und erweitert. Viele der Projekte beinhalten neben dem ökologischen Grundgedanken auch eine pädagogische Komponente. Schulkinder, Pfadfinder und die lokale Bevölkerung sollen eingebunden und informiert werden. 

Die ehrenamtliche Jury, die die Gewinnerprojekte kürte und somit die Fördersumme von € 250.000,- verteilte, bestand aus dem Österreichischen Gemeindebund mit Präsident Johannes Pressl, der Österreichischen Gartenbau-Gesellschaft mit Susanna Dürr, BILLA Vorstand und Stiftungsvorstand von Blühendes Österreich Robert Nagele sowie Maria Patek, Bundesministerin a.D. und Vorständin von Blühendes Österreich. Die fachliche Unterstützung wird von der NÖ-Umweltbewegung „Natur im Garten“ bereitgestellt.

Zusätzlich gab es eine Online-Abstimmung, die Schwertberg in Oberösterreich anführte. Damit gewann die Gemeinde neben der finanziellen Unterstützung ein professionelles Image-Video. Im April 2026 werden die Initiativen, für die sich Bürgermeister, Naturschutzvereine, Bürgerinitiativen, Jägerschaften, Landwirte und Schüler engagieren, baulich und fachlich umgesetzt.

Die 20 blühenden Gemeinden im Überblick:

Tirol

Oberndorf – 0,16 ha barrierefreie Blühwiese mit Sträucherhecke entsteht als gemeinschaftlich gepflegter Lebensraum.

Kärnten

Rosegg – 0,018 ha Blühflächen und Naschecke mit Schulen und Kindergarten, Bienenvölker fördern Umweltbildung.

Steiermark

Eggersdorf – 0,25 ha entlang des Rabnitzbachs werden mit Hecken, Blühflächen und Biotopen für Amphibien und Reptilien gestaltet.

Salzburg

Stadt Salzburg – 0,22 ha Blühfläche am Mönchsberg mit Nisthilfen und Sträuchern, über 100 Kinder beteiligt.

Oberösterreich

Schwertberg – 2,1 ha Magerwiesen und Streuobstflächen mit Lehrpfaden, Schulen und Vereine wirken mit.
Klaffer am Hochficht – 4,6 ha Feuchtwiesen werden gepflegt, um Bruträume für die gefährdete Bekassine zu sichern.
Schleißheim – 0,25 ha Parkplatzfläche wird zum grünen Begegnungsraum mit Wildblumen, Sträuchern und Lehrpfad.

Niederösterreich

Schwarzau im Gebirge – Revitalisierung von 2,2 ha Streuobstwiesen mit Neupflanzungen und Bildungsaktionen für Kinder.
Wolkersdorf – 1,1 ha Wiesen werden für Osterluzei und Osterluzeifalter gepflegt, ergänzt durch Sträucher und Käferburgen.
Atzenbrugg – 0,23 ha Blühfläche entsteht für Feldhamster und Wiesenvögel, Schulen und Bevölkerung sind beteiligt.
Schwarzau im Steinfeld – 1 ha Klostergarten wird ökologisch aufgewertet mit Streuobst, Hecken und Blühwiese.
Waidhofen an der Ybbs – 0,7 ha im Gewerbegebiet werden zu Blumenwiesen und Hecken für Insekten, mit Monitoring.
Marchfeld – 3 ha Blühflächen und Nisthilfen fördern Wildbienen, umgesetzt mit Gemeinden, Schulen und Landwirt:innen.
Lanzendorf – 0,20 ha „Naschgarten der Artenvielfalt“ mit Streuobst, Beerensträuchern und Insektenhabitaten.
Krumbach – 1 ha Blumenwiesen schaffen Trittsteine für Insekten und Lernorte, Heu wird regional genutzt.
Retz – 0,17 ha innerstädtische Flächen werden in Blumenwiesen mit Benjeshecken und Insektennisthilfe umgewandelt.
Sitzenberg-Reidling – 3,1 ha artenarme Flächen werden zu Blühflächen mit Wildpflanzen, Hecken und Altgrasstreifen.

Burgenland

Apetlon – Dorfplatz und Sandgrubenareal werden mit Blühflächen, Hecken und Bäumen naturnah gestaltet, Volksschulkinder wirken mit.
Heiligenkreuz im Lafnitztal – 1 ha Acker wird zu Blühwiesen und Heckenverbund, Lebensraum für Wildkatze und andere Arten.
Zurndorf – 0,36 ha Rasen werden zu Naturwiesen mit Hecken, Bevölkerung gestaltet und pflegt aktiv mit.