Erste Auswertungen des Projekts „Wasser im Klimawandel“, an dem mehrere führende Forschungseinrichtungen beteiligt sind, weisen darauf hin, dass der Sommerniederschlag bis zur Mitte des Jahrhunderts um etwa fünf bis fünfzehn Prozent abnehmen könnte. Im Winterhalbjahr hingegen wird ein Anstieg von rund fünf bis zehn Prozent erwartet. Die jährliche Niederschlagsmenge bleibt damit im Durchschnitt nahezu konstant, doch steigende Temperaturen und eine höhere Verdunstung führen dazu, dass der Wasserhaushalt insgesamt stärker unter Druck gerät. Besonders Regionen im Osten Österreichs – etwa Seewinkel, Weinviertel und nördliches Waldviertel – könnten künftig stärker von Wasserknappheit betroffen sein. Diese Gebiete verzeichnen schon jetzt geringere Niederschläge als der Westen und verlieren durch die zunehmende Verdunstung zusätzlich an Bodenfeuchtigkeit. Dadurch steigt der Aufwand für Bewässerung und Wasserverteilung.
Eine weitere Entwicklung betrifft die Intensität des Regens: Niederschläge treten laut der bisherigen Analyse immer häufiger in kurzen, kräftigen Episoden auf – vor allem während der Sommermonate. Das erhöht das Risiko lokaler Überflutungen, obwohl sich die jährliche Gesamtniederschlagsmenge nicht wesentlich verändert.Noch nicht abschließend geklärt ist, wie sich steigende Temperaturen auf großräumige Wettersysteme wie Adria-Tiefs auswirken, die länger anhaltenden Regen verursachen. Diese Prozesse werden in den nächsten Phasen des Projekts weiter untersucht, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.
Die Studie kombiniert Klimamodelle mit hydrologischen Analysen und dient als Grundlage für künftige Strategien im Wassermanagement. Der Endbericht soll im Herbst 2026 vorliegen und Prognosen bis zum Jahr 2100 enthalten. Ziel ist es, fundierte Handlungsempfehlungen für Landwirtschaft, Raumplanung und Wasserwirtschaft zu entwickeln, um Österreichs Wasserressourcen langfristig zu sichern.
Quelle: lko