Ein Großteil des in Deutschland verzehrten Obstes und Gemüses stammt aus dem Ausland. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) liegt der Anteil der inländischen Produktion im Vergleich zum Gesamtverbrauch aktuell bei rund 36 % für Gemüse und lediglich 20 % für Obst. Besonders Ballungsräume sind stark von Lieferketten über große Entfernungen abhängig. Wird die Lebensmittelproduktion näher an städtische Gebiete mit hoher Nachfrage verlagert, lassen sich Transportkosten und CO₂-Emissionen deutlich senken – vorausgesetzt, die Flächen werden effizient genutzt.
Genau hier setzt das hessische Startup Pflanzentheke an. Mit seinem Konzept des Vertical Farmings verfolgt das Unternehmen das Ziel, nachhaltigen Anbau selbst auf kleinsten Flächen zu ermöglichen. Dank einer Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Höhe von 175.000 Euro arbeitet das Team nun an der Automatisierung seines Systems, um Zeit, Energie und Ressourcen noch gezielter einzusetzen.
Bisher wurden die vertikalen Regalanlagen manuell mit Jungpflanzen bestückt und auch per Hand geerntet. Zukünftig soll dieser Prozess weitgehend automatisiert ablaufen – mit möglichst geringem Energieaufwand und niedrigen Betriebskosten. Das neue, modulare System ist darauf ausgelegt, Wasser zu sparen, Arbeitszeit zu verkürzen und gleichzeitig die Produktivität zu steigern. Damit wird die hydroponische Kultivierung auch für kleinere Betriebe rentabel. Grundlage bildet das bereits bewährte A-förmige Pflanzregal, das künftig beweglich ist und über eine intelligente Steuerung präzise reguliert wird. Sensoren überwachen den Nährstoffbedarf und passen die Zufuhr an die jeweilige Wachstumsphase jeder Pflanzenreihe an. Zudem ermöglicht die flexible Struktur eine optimale Ausrichtung zum Sonnenlicht – je nach Entwicklungsstand der Pflanzen. So kann eine Reihe geerntet und neu bepflanzt werden, während andere ungestört weiterwachsen.
Die von Pflanzentheke entwickelte Anlage schont Böden, reduziert Wasser- und Düngerverbrauch und schafft auf minimaler Fläche hohe Erträge. Verglichen mit herkömmlicher Landwirtschaft benötigt das System etwa 90 % weniger Wasser und 85 % weniger Dünger. Da es überwiegend mit natürlichem Sonnenlicht arbeitet, fallen auch die Energiekosten wesentlich geringer aus – ein entscheidender Schritt für eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Lebensmittelproduktion.
Quelle: freshplaza