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Der studierte Biologe Hannes Seidel beim täglichen Überprüfen der Setzlinge mit Kontrolle des Rankenwachstums und der Ausbildung von Blüten © LWG Veitshöchheim

Deutschland

Kultur von Mandevilla

Ein Artikel von Red. | 18.03.2019 - 15:24

Pro Jahr wandern bis zu 20 Mio. Mandevilla-Pflanzen in Deutschland über den Ladentisch. Der Anbau in Südeuropa ist durch die Weiße Fliege und das Feuerbakterium bedroht. Mit einer innovativen Versuchsreihe mit Hilfe von LED-Beleuchtung startet die Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) einen Versuch, der bereits erste Erfolge zeigt.

Der Versuchsingenieur Hannes Seidel, vom LWG-Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau in Veitshöchheim weist darauf hin, dass bereits in der Kulturführung der Blütenzauber sehr wärme- und lichtbedürftig ist. Der Anbau für den deutschen Verkaufsstart im Frühling findet in den Wintermonaten in Spanien und Italien statt, rund 35 Wochen werden für die Aufzucht bis ins deutsche Verkaufsregal benötigt.

Neben Helligkeit der Lichtquelle ist vor allem die Lichtqualität, also die spektrale Zusammensetzung entscheidend", meint Hannes Seidel. Für seinen Versuche hat er bewurzelte Stecklinge 16 Stunden am Tag mit herkömmlichen Natriumhochdruckdampflampen und LED-Lampen belichtet, neben Rot und Blau kam auch eine Mischung aus Rot und Blau zum Einsatz.

Ergebnisse nach 11 Wochen

Unter der blauen Belichtung wurden keine Ranken ausgebildet, unter rotem Licht bildeten die Jungpflanzen deutliche Ranken aus. Genau diese Peitschentriebe sind im Produktionsgartenbau unerwünscht, weil sich die Pflanzen gegenseitig verhaken, eine Kultivierung und Vermarktung würde daher einen erhöhten Aufwand implizieren. Die blaue Belichtung punktet bei der Rankenbildung und steckt bei der Blütenbildung zurück. Eine Mischung von Rot und Blau kann das Problem aber nicht lösen.
Mitte März geht der Versuch in die zweite Runde: Untersucht wird die Kombination zwischen Jahreszeitlich bedingtem höherem natürlichen Lichtangebot und Kunstbelichtung.


Quelle: LWG