Die Auszeichnung als Europäische Grüne Hauptstadt, der European Green Capital Award wird jährlich von der Europäischen Kommission verliehen. Sie hat erkannt, dass die lokalen Verantwortlichen eine große Rolle dabei spielen, die städtische Umgebung für die Bewohner lebenswert zu machen, die Auszeichnung soll andere Städte anspornen guten Beispielen zu folgen.
European Green City Award
Der Award wird seit 2010 verliehen, berechtigt sind Mitgliedsländer der Europäichen Union und Bewerberländer sowie Länder des Europäischen Wirtschaftsraums. Die Länder bewerben sich um den Titel und werden anhand unterschiedlicher Kriterien überprüft (z. B. Naturschutz, Schutz der biologischen Vielfalt, Verkehr, Luft- und Wasserqualität, Initiativen zur Bekämpfung des Klimawandels, Abfallbewirtschaftung).
Der Titel wird immer an zwei Länder für zwei aufeinanderfolgende Jahre vergeben, die Jury setzt sich aus Vertretern der Europäischen Kommission, der Europäischen Umweltagentur und maßgeblicher Umweltorganisationen zusammen.
Die Ausgezeichneten
2010 - Stockholm: Die schwedische Hauptstadt erhielt den Titel aufgrund ihrer ständigen Bemühungen zur Verbesserung der Umwelt durch Maßnahmen zur Reduktion von Lärm, Verbesserung der Wasserqualität, Senkung der Emissionen und Förderung der Abfallbehandlung.
2011 - Hamburg: Deutschlands zweitgrößte Stadt setzte sich selbst sehr hohe Ziele wie z. B. die Reduktion der CO2-Emissionen um 40 % bis 2020 und um 80 % bis 2050. Auch in Bezug auf öffentlichen Transport bzw. Fahrradfahren hat Hamburg einen hohen Standard.
2012 - Vitoria-Gasteiz: Die nordspanische Stadt erntet Anerkennung für die Bemühungen in den Bereichen Stadtplanung, Grünflächen, Recycling, nachhaltige Mobilität und Wasserverbrauch. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Anlage eines "Grünen Gürtels" der den Stadtkern ringförmig umgibt und allen Einwohnern eine leicht erreichbare Grünanlage bietet.
2013 - Nantes: Die sechstgrößte Stadt Frankreichs hat sich stark für eine nachhaltige urbane Entwicklung engagiert und unter anderem den Autoverkehr durch die Wiedereinführung der elektrischen Straßenbahn und den Ausbau des Radwegenetzes reduziert. Diese Transport-Politik hat gemeinsam mit Klimaplänen die Emissionen stark reduziert.
2014 - Kopenhagen: Die Einwohner der dänischen Hauptstadt haben ihre eigene Rolle in der Klimapolitik verstanden und ein großer Teil steigt für berufliche Wege inzwischen vom Auto auf das Fahrrad um. Die Jury merkte an, dass die Stadt ein erfolgreiches Role-Model für grüne Wirtschaft mit einer effektiven Kommunikation sei.
2015 - Bristol: Die achtgrößte Stadt des Vereinigten Königreiches beeindruckte die Jury mit ihren Plänen für Investitionen in Transport und erneuerbare Energie. Seit 2005 sind die Kohlenstoffemissionen trotz steigender Wirtschaft ständig gesunken, Bristol möchte das europäische Zentrum für kohlenstoffarme Industrie werden.
2016 - Ljubljana: Die slowenische Hauptstadt hat sich von einer autodominierten Stadt zu einem Zentrum für Fußgänger und Radfahrer entwickelt bzw. den öffentlichen Transport ausgebaut. Auch die Erhaltung und Pflege der Grünzonen, die die Stadt prägen, ist ein großes Thema, die starke Wandlung in den vergangenen Jahren überzeugte die Jury.
2017 - Essen: Die neuntgrößte Stadt Deutschlands hat sich von einer Kohle- und Stahlstadt zu einer der grünsten Metropolen in Nordrhein-Westfalen gewandelt. Der ganzheitliche Ansatz, die Lösungsvorschläge für die Zukunft und die Vorbildwirkung der Stadt überzeugten die Jury.
2018 - Nijmegen: Die niederländische Stadt versucht die Einwohner in ihre Bemühungen eine gesunde und vielversprechende Stadt zu werden einzubeziehen, z. B. werden frühere Arbeitsbezirke in moderne Wohnbereiche umgestaltet. Die Stadt hat als großes Ziel die Energieautarkie 2045.
2019 - Oslo: Die Hauptstadt Norwegens ist umgeben von Natur, einerseits dem Marka-Wald, einem Naturschutzgebiet, und dem Oslo-Fjord. Der Schutz der beiden Gebiete und der vielen Verbindungen ist nur ein Teil der Gründe weshalb die Stadt für 2019 ausgewählt wurde. Die Kanäle der Stadt werden renaturiert und den Bewohnern zugänglich gemacht, der Kampf gegen den Klimawandel ist ein großes Thema für die Stadt.
Quelle: ec.europa.eu