Der Neugestaltung der Fläche zwischen den Wienzeilen rund um den Naschmarkt liegt ein intensiver Prozess zugrunde, der bis ins Jahr 2021 zurückreicht. Das Projekt wurde mit einem Bürgerbeteiligungsprozess erarbeitet – aus einem Ideenwettbewerb gingen 9 Sieger hervor, die mit fachlicher Unterstützung einen Masterplan erarbeiteten. Die Büros "MostLikely" und "D\D Landschaftsplanung" erstellten auf Basis dessen ein detailliertes Zonenkonzept und alle notwendigen Pläne für die fast 7000 m² große Fläche. Als wichtigste Faktoren für die Neugestaltung kristallisierten sich im Beteiligungsprozess die Themen Begrünung, konsumfreie Zonen, Erhaltung des Flohmarkts und Platz für regionale Produkte heraus. In vier eigenständigen aber verbundenen Zonen wird nun die Rolle als "Bauch von Wien" für regionale Produkte, als grüne Lunge für die Erholung in der Nachbarschaft oder als lebendiger Kreislauf für sozialen Austausch und neue öffentliche Infrastruktur zum Blühen gebracht.
Die Begrünung des Naschmarkt-Areals ist eines der größten Projekte der Wiener Initiative "Raus aus dem Asphalt", das die Stadt durch Begrünung, Entsiegelung und Kühlung klimafitter machen möchte. Im Naschpark wurden dafür viele Laubbäume und Pergola-Kletterpflanzen gesetzt, versickerungsfähige helle Bodenbeläge eingesetzt und das Prinzip der Schwammstadt angewandt. Zusätzlich wird durch Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Bauwerke Energie gewonnen.
Insgesamt 50 000 Pflanzen sollen ab nächstem Frühjahr das Areal zu einer Oase machen und die Temperaturen signifikant senken. Zu den 20 Bestandsbäumen kamen etwa 50 neue dazu – es wurden ausschließlich klimawandelfitte Zukunftsbäume gesetzt: Seidenbäume, Judasbäume, Blumeneschen, Lederhülsenbäume, Zieäpfel und Mispeln. Als Highlight kamen kurz vor Eröffnung im September noch fünf 20-jährige Linden hinzu. Diese tragen die Aufgabe, mit ihrem bereits etablierten Blattkleid schon nächstes Jahr viel Schatten zu spenden. Das Setzen aller Bäume stellte eine statische und bauphysikalische Herausforderung dar: Aufgrund des darunter verlaufendes Wienflusses und der U4 waren teilweise nur 70 cm Substrathöhe vorhanden. Eine weitflächige Stahlbetonplatte schützt die Bausubstanz, sichere Befestigungen schützen die Bäume und helfen bei der starken Verwurzelung. Die XXL-Linden wurden in den tieferen Arealen gesetzt, um optimale Anwuchsbedingungen zu gewährleisten.
Um zum längeren Verweilen einzuladen, wurden zahlreiche Pergolen, Liegen, Bänke, Hängematten, Picknicktische und Balanciergeräte errichtet. Für die individuelle Anbindung sorgt der neu gestaltete 2-spurige Fahrradweg über den Margeritensteg und die linke Wienzeile.
Am 21. November wird die neue Markthalle mit grünem Dachgarten eröffnet und damit die erste Phase des Bauprojektes vollendet. 2026 beginnt der Umbau der Fläche des Bauernmarktes entlang der Rechten Wienzeile, 2027 findet die Umgestaltung der Flohmarktfläche zu einer offenen Veranstaltungs- und Aufenthaltsfläche mit großräumigem Wasserspiel statt. Das Projekt soll mit Ende 2027 abgeschlossen sein.
Fotos und Visualisierungen auf:
https://www.dnd.at und https://mostlikely.at