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Ein gezielter Einsatz von Pflanzen und Insellösungen soll das Einhalten der Abstandsvorschriften ermöglichen © Arturo Zilli/unibz

Südtirol

"Natürlicher" Neustart für Schulen

Ein Artikel von Renate Stoiber (bearbeitet) | 29.07.2020 - 10:51

Nach dem Notstopp im Zuge der Pandemie stehen auch die Schulen in Italien vor der Herausforderung eine sichere Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für Lehrpersonen und Schüler zu ermöglichen. Wie sollen die Klassenzimmer aussehen? Reichen die bestehenden Räume aus, um einen sicheren Unterricht zu gewährleisten? Prof. Beate Weyland, Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen, arbeitet an einer Lösung. Mit Pflanzen und Inseln sollen die Klassen sowohl Covid-19- als auch lerngerecht gestaltet werden. Mehrere Schulen in Südtirol haben sich bereit erklärt, die Methode zu testen.

Abstandhalten dank Pflanzen

Nach dem Lockdown haben die Wissenschafter der interdisziplinären Forschungsgruppe PAD-LAB in enger Zusammenarbeit mit zehn Schulgemeinschaften unterschiedliche Möglichkeiten untersucht, wie die Wiederaufnahme des Unterrichts ermöglicht werden kann. Man geht vom Konzept einer „heimeligen Schule“ aus, die so gestaltet sein soll, dass die Kinder und Jugendlichen dank Vermeidung einer sterilen Krankenhaus-Atmosphäre ein Gefühl des Aufgehobenseins und echter Sicherheit haben. Gleichzeitig sind alle Sicherheitsauflagen zur Vermeidung von Ansteckungen befolgt.

Gelingen soll das mittels gezielten Einsatzes von Pflanzen und Insellösungen für einzelne Schüler oder kleine Gruppen statt der traditionellen Anordnung von Tisch und Tafel vor den Bankreihen. Die Schüler bringen selbst von Zuhause Pflanzen mit und übernehmen auch die Verantwortung für die Pflege. Die Pflanzen ermöglichen eine ungezwungene Art des Abstandhaltens und können gleichzeitig in den Unterricht integriert werden und die Kinder für ökologische Themen sensibilisieren. Zusätzlich sei es wissenschaftlich belegt, dass Pflanzen sich positiv auf die Lernumgebung, Aufmerksamkeit und Konzentration auswirken, so Weyland.

Das PAD-LAB ist eine interdisziplinäre Forschungsgruppe mit Expertise in Pädagogik, Architektur und Design, die an neuen Konzepten für didaktische Räume forscht. Seit 2015 begleitete das Team mehr als 30 Schulen und Gemeinden bei der Erarbeitung von Richtlinien, um Räume und Didaktik an die kulturellen und pädagogischen Bedürfnisse der heutigen Generation anzupassen.


Quelle: idw-online (Freie Universität Bozen)