Diese Käferart wird mittlerweile als prioritärer EU-Unionsquarantäneschädling geführt und kann schwerwiegende wirtschaftliche, soziale und ökologische Schäden verursachen . Der Japankäfer ist meldepflichtig, bei Auftreten ist ein abgegrenztes Gebiet einzurichten und es müssen Maßnahmen zur Tilgung (Ausrottung) ergriffen werden. Damit in der EU gleiche Maßnahmen ergriffen werden, gibt es zwei EU-Durchführungsverordnungen, eine davon legt die Bedingungen fest, unter denen Pflanzen in Kultursubstraten oder mit Erde verbracht werden dürfen.
Das adulte Tier erkennt man an fünf kleinen Haarbüscheln an jeder Seite des Hinterleibs sowie an zwei größeren Haarbüscheln direkt am Ende des Hinterleibs Die Vermehrung erfolgt über 40 bis 60 Eier pro Weibchen, drei Larvenstadien sowie einem Puppenstadium in einem ein- oder zweijährigen Zyklus. Die Larven wandern im Boden zur Nahrung und ernähren sich bevorzugt von Graswurzeln, wobei sie gepflegte, feuchte oder bewässerte Rasenflächen wie Fußballplätze und Golfanlagen bevorzugen. Der adulte Käfer liebt Weinreben, aber auch Rosengewächse, Linden und Hainbuchen stehen ganz oben auf der Speisekarte, doch er verachtet auch rund 400 weitere Pflanzenarten nicht und verursacht im Pulk einen Skelletierfraß an Blättern sowie Fraßschäden an Früchten und Blüten.
Im Tessin gibt es bereits eine Verzehnfachung der Population pro Jahr. Die natürliche Ausbreitung umfasst drei bis 24 km pro Jahr. Die Verschleppung als blinder Passagier in Fahrzeugen, aber auch mit Grünschnitt, Pflanzen, Boden und Kultursubstraten kann für eine weitaus schnellere Verbreitung sorgen.
In Europa ist er im Moment in Italien in folgenden Provinzen zu finden: Piemont, Lombardei, Emilia Romana und Friuli-Venezia Giulia. Über das Tessin, das Wallis und Zürich ist er 2024 zum ersten Mal in Basel aufgetreten, weitere Exemplare gab es hier auch dieses Jahr. Einzelne Fänge in Baden-Württemberg gibt es seit 2021 in Freiburg, seit 2022 in Weil am Rhein und 2024 im Landkreis Ludwigsburg. Auch in Bayern fand man 2024 Exemplare bei Lindau und Kiefersfelden. Die Erhebung in Baden-Württemberg findet anhand 121 Pheromon-Fallen an Autobahnraststätten, Güterbahnhöfen, Weinbergen, Obstanlagen, Hopfengärten, bei Bonsai-Importeuren und im öffentlichen Grün statt. (Stand 22.7.2025)
Rasen- und Grasflächen dürfen in Befallszonen von Juni bis September nicht bewässert werden, außerdem dürfen unbehandelter Grünschnitt und Pflanzenreste in der Zeit nicht aus dem abgegrenzten Gebiet verbracht werden. Pflanzen aus Befalls- und Pufferzonen dürfen laut oben genannter Durchführungsverordnung nur unter amtlicher Aufsicht verbracht werden, Probenahmen und die Überwachung durch den Pflanzenschutzdienst sind vorgeschrieben. Die Ausnahme: Die Produktion und Lagerung finden in insektensicheren Gewächshäusern mit ebenfalls gesicherter Lüftung statt. Die Oberflächen von bepflanzten Töpfen im Freiland mit Durchmessern ab 30 Zentimeter werden von Mai bis September insektensicher durch Gaze, Sand, Kokosfaser oder Mulchmaterial (Kies, Lava, Jute, Reishülsen, Perlite, Blähton, Rinde, …) geschützt und unkrautfrei gehalten und die Container stehen auf versiegelten oder abgedeckten Flächen (Beton, Bändchengewebe). Kleinere Töpfe müssen ebenso unkrautfrei gehalten werden und isoliert vom Boden stehen, Töpfe mit Gräsern müssen besonders vor Insektenzuflug geschützt werden, mindestens durch eine Mulchauflage.
„Das ist der momentane Stand, aber eventuell wird hier noch nachgeschärft“, erklärte Fittje. Um die Larven in Grünflächen zu bekämpfen, helfen Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora). Zur gezielten Vernichtung der Larven kann auch zu einem geeigneten Zeitpunkt gefräst werden. Notfallzulassungen für PSM im Zierpflanzenbau sind in Vorbereitung. „In Norditalien werden die Käfer inzwischen massenhaft in Fallen aus Mülltüten gefangen, mit 30 solcher Mülltüten a 100 Liter Fassungsvermögen rund eine Tonne in zwei Monaten“, überbrachte Fittje Informationen vom Kollegen Davide Martinetti vom französischen nationalen InstitutINRAE. „Darum lohnen sich jetzt wirklich alle Anstrengungen zur Bekämpfung dieses Käfers in den Anfängen einer neu entstehenden Population“, weiß Fittje.