Die jüngste Erhebung zeigt für 2025 einen deutlichen strukturellen Rückgang im deutschen Zierpflanzenbau. Die Zahl der Betriebe sank seit 2021 um 9,7 % auf 2.821, die Anbaufläche um 8,1 % auf rund 5.760 ha. Im Vergleich zu 2017 bedeutet das sogar ein Minus von 23,1 % der Betriebe und 12,6 % der Fläche. Nordrhein-Westfalen bleibt mit 47,4 % der gesamten Grundfläche der mit Abstand wichtigste Standort, gefolgt von Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg mit zusammen 33,4 %. Rund ein Viertel der Gesamtfläche (1.420 ha) liegt unter hohen Schutzabdeckungen, mehr als die Hälfte davon wurde im Erhebungszeitraum mindestens einmal beheizt.
Im Segment Beet- und Balkonpflanzen sowie Stauden produzierten 1.939 Betriebe über 866 Mio. verkaufsfertige Pflanzen – 6,7 % mehr als 2020/21, aber 12 % weniger als 2016/17. Die wichtigsten Kulturen bleiben Veilchen (Viola) und Besenheide (Calluna) mit jeweils etwa 136 Mio. Stück, gefolgt von Stauden (117 Mio.), Geranien (78 Mio.) und Primeln (61 Mio.).
Die Zimmerpflanzenproduktion verzeichnet einen deutlichen Einbruch: 1.016 Betriebe erzeugten rund 86 Mio. Fertigware, 21,1 % weniger als 2020/21. Weihnachtssterne bleiben mit 18 Mio. Stück führend, gefolgt von Kakteen, Grün- und Blattpflanzen (13 Mio.) sowie Alpenveilchen (10 Mio.).
Im Bereich Schnittblumen bewirtschafteten 1.282 Betriebe 2.420 ha – ein Rückgang von 14 % gegenüber 2020/21. Der Freilandanteil liegt bei 93 %. Dort dominieren Sommerblumen und Schnittstauden (610 ha), während Gehölze zum Grün-, Blüten- und Fruchtschnitt mit 460 ha zulegen konnten. Unter Glas bleibt die Rose trotz eines Rückgangs auf 61 ha wichtigste Kultur, gefolgt von Sommerblumen und Schnittstauden (28 ha).
Als wesentliche Gründe für den anhaltenden Rückgang gelten vor allem strukturelle und wirtschaftliche Belastungen, die seit Jahren in der Branche wirken. Dazu zählen stark gestiegene Produktionskosten – insbesondere für Energie, Heizöl/Gas, Dünger und Substrate – die den geschützten Anbau und die Jungpflanzenkultivierung erheblich verteuern. Viele klein- und mittelständische Betriebe geraten dadurch zunehmend unter Druck. Hinzu kommt ein deutlicher Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, der saisonale sowie ganzjährige Produktionsprozesse erschwert. Zusätzlich belasten schwankende Nachfrageentwicklungen sowie steigende Importkonkurrenz aus Ländern mit günstigeren Produktionsbedingungen die Branche. In einigen Regionen wirkt außerdem der anhaltende Flächen- und Strukturwandel – etwa durch Siedlungsdruck oder fehlende Erweiterungsmöglichkeiten – als weiterer Faktor für die abnehmende Zahl an Erzeugern und die sinkenden Anbauflächen in Deutschland und auch vielen weiteren europäischen Ländern. Nicht zuletzt müssen sich Betriebe immer mehr an steigende Temperaturen durch den Klimawandel anpassen, dies bedeutet einen stark erhöhten Wässerungs- und Pflegebedarf empfindlicher Zierpflanzen.