Die Orangerie bietet nun modernen musealen Raum, um floristische Traditionen anschaulich zu präsentieren und neu zu interpretieren. Im Fokus der Ausstellung steht die floristische Vielfalt von 1900 bis 1970. Schülerinnen der 3BF der Berufsschule für Gartenbau und Floristik haben historische Werkstücke rekonstruiert und im originalgetreu nachgebauten Wiener Blumenfachgeschäft präsentiert. Begleitend dokumentiert eine Mediengruppe den Entstehungsprozess, sodass Besucher:innen nicht nur die fertigen Arrangements, sondern auch die kreativen Arbeitsschritte dahinter erleben können. Das Projekt verbindet stilistische Präzision mit praxisnaher Umsetzung und macht floristische Geschichte lebendig.
Die Neueröffnung wurde diesen Herbst mit zwei besonderen Veranstaltungen gefeiert: dem Tag der offenen Tür im Schulgarten Kagran am 2. Oktober 2025 und der Langen Nacht der Museen am 4. Oktober 2025. Besucher konnten sich auf eine einzigartige Mischung aus historischen Exponaten, kreativen Werkstücken und modernem Museumsdesign freuen.
Das Österreichische Gartenbaumuseum blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits 1968/69 wurden erste Schritte zur Sammlung und Präsentation historischer Gartenbau-Exponate unternommen. Nach Stationen in Oberlaa und zahlreichen kleineren Ausstellungen wurde die Sammlung 2001 nach Kagran überführt. Heute vereint das Museum die größte Sammlung zur Geschichte des österreichischen Gartenbaus mit einzigartigen floristischen Schätzen, darunter die berühmte Sammlung Sädtler.
Die Orangerie Kagran ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern ein lebendiger Treffpunkt für Fachpublikum und Blumenfreunde gleichermaßen – ein Haus, in dem floristische Traditionen erlebt und kreativ weitergedacht werden.